Leistungen

Serviceleistungen im Gesundheits- und Sozialwesen

Gesetzliche Betreuung

Im Laufe eines Lebens können durch Krankheiten und belastende Ereignisse Situationen entstehen, die zu einer schweren Krise führen. In ihrer Aussichtslosigkeit führt eine solche häufig zu Konflikten mit der Umwelt, großer Unsicherheit – bis hin zu völliger Handlungsunfähigkeit. In vielen Fällen kommt es dann zu einer Betreuerbestellung. Eine Betreuung wird vom Vormundschaftsgericht angeordnet, wenn der Betroffene  infolge einer körperlichen, seelischen oder geistigen Erkrankung nicht in der Lage ist, seine Angelegenheiten selbst zu besorgen. Typische Krankheiten, die einer Betreuung zugrunde liegen, sind Altersdemenzen (z.B. Alzheimer), Psychosen (Schizophrenie, Manie, Depression), Suchtkrankheiten (Alkoholismus) und geistige Behinderungen. Die Anregung einer Betreuung erfolgt bei der Betreuungsbehörde der Stadt bzw. des Kreises oder direkt beim Vormundschaftsgericht. Die Betreuungsbehörde erstellt in der Regel für das Vormundschaftsgericht einen Sozialbericht. Der Vormundschaftsrichter holt anschließend ein medizinisches Sachverständigengutachten ein, in dem zur Erforderlichkeit und zum Umfang der Betreuung Stellung genommen wird. Nach der Anhörung des Betroffenen durch das Vormundschaftsgericht wird die Betreuung angeordnet und ein geeigneter Betreuer bestellt. Dabei werden unsere im Umgang mit Komplexität erfahrenen Betreuer im Rahmen der einzelnen gerichtlich angeordneten Aufgabenkreise tätig. Häufig betroffene Aufgabenkreise sind zum Beispiel Vermögenssorge, Aufenthaltsbestimmung, Wohnungsangelegenheiten, Gesundheitssorge oder Anhalten und Öffnen der Post. Dabei hat die Herstellung eines Arbeitsbündnisses zwischen Betreuer und Betreutem Priorität. Dadurch kommen wir mit den Beteiligten in einen Dialog der sich an deren individuellen Bedürfnissen orientiert. Dem betreuten Menschen tritt unser Team mit einer Haltung des Respekts, des Interesses und der Wertschätzung bisheriger Handlungs- und Lebensstrategien gegenüber.

Vormundschaften / Pflegschaften

Bei Minderjährigen werden Vormundschaften durch das Amtsgericht eingerichtet, wenn die Eltern ausfallen oder zur Ausübung der elterlichen Sorge nicht in der Lage sind.
Als Vormund können Einzelpersonen, Vereine und das Jugendamt eingesetzt werden.
Als Pfleger übernehmen unsere Mitarbeiter die rechtliche Vertretung des Kindes nur für den übertragenen Wirkungskreis (z. B. Vermögenssorge, Gesundheitssorge, Aufenthaltsbestimmung). Mit der Bestellung zum Vormund tritt unser Mitarbeiter in die Rechte und Pflichten der Eltern ein. Er besitzt die volle rechtliche Stellung als gesetzlicher Vertreter und vertritt somit die Interessen des häufig stark verunsicherten und mit loyalen Konflikten belasteten Kindes. Insbesondere werden neben organisatorischen Dingen auch Fragestellungen zum Sorgerecht, Umgangsrecht, Gefährdungen des Kindeswohls sowie zur Erziehungsfähigkeit von Eltern behandelt. In enger Zusammenarbeit mit Trägern der Jugendhilfe, Gerichten sowie den Jugendämtern finden unsere Aufträge häufig in Kontexten statt, die von massiven Konflikten und festgefahrenen Verhaltensmustern der Beteiligten geprägt sind. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt deshalb in der Entschärfung und Deeskalation von Konflikten, sowie dem tragfähigen Beziehungsaufbau, um dem Kind einen Sicherheit vermittelnden, beschützenden Rahmen zu bieten.